Änderungssensitivität: Über diese Seite

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Das Projekt Änderungssensitivität

Die Seite http://www.aenderungssensitivitaet.de wurde im Rahmen des Projekts A7 „Änderungssensitivität und Responsivität von Patientenfragebogen in der Rehabilitation“ (1/2002–9/2005) des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbunds Bayern (RFB) ins (virtuelle) Leben gerufen.

Dieses Projekt wird im Rahmen des gemeinsamen Förderschwerpunkts „Rehabilitationswissenschaften“ (1998-2005) durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Rentenversicherung gefördert (Kennzeichen: 01GD0105, Projektträger: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., DLR).

Steckbrief

Hintergrund

In der Rehabilitation werden im Rahmen evaluativer Studien häufig Patientenfragebogen zu mehreren Messzeitpunkten eingesetzt, um auf der Grundlage von Prä-Post-Differenzen die Effekte von Rehabilitationsmaßnahmen aus Patientensicht zu erfassen. Dies kann nur gelingen, wenn die verwendeten Skalen in der Lage sind, Veränderungen über die Zeit abzubilden, d.h. wenn es sich um änderungssensitive bzw. responsive Instrumente handelt.

Ziele und Fragestellungen

Ziel des Projekts ist es, Änderungssensitivität/Responsivität für die in der deutschsprachigen Rehabilitationsforschung verbreitetsten generischen Patientenfragebogen SF-36 bzw. SF-12 und IRES zu ermitteln; zusätzlich werden SCL-90-R-Skalen (insb. Somatisierung, Depressivität, Ängstlichkeit) betrachtet. Die vergleichende Aufbereitung der entsprechenden Kennwerte informiert darüber, welche Skalen dieser Messinstrumente am besten in der Lage sind, etwaige Effekte von Rehabilitationsmaßnahmen auch sichtbar zu machen. In einer ersten, kürzeren Projektphase werden Daten aus Forschungsprojekten der ersten Förderphase reanalysiert (RFB-Projekte; Tracerprojekte aus anderen Forschungsverbünden). In einer zweiten, längeren Projektphase wird ein prospektives Studiendesign zur kritischen und methodisch einheitlichen Ermittlung von Änderungssensitivität/Responsivität bei Rehabilitanden aus den Indikationsbereichen Orthopädie/Rheumatologie und Kardiologie verwirklicht.

Studiendesign

In der Reanalysephase werden Patienten (Nges=6.484) unterschiedlicher Indikationen untersucht, die vorwiegend aus den Bereichen Orthopädie/Rheumatologie, Kardiologie und Psychosomatik stammen. Für die Berechnung der Änderungssensitivitätskennwerte werden nur Daten von Patienten herangezogen, die eine Standardbehandlung (usual care) erhalten haben. Die Auswertungen erfolgen differenziert nach Subgruppen entsprechend Indikation, Geschlecht, Alter und z. T. auch der Krankheitsschwere bei Reha-Beginn. Im prospektiven Studienteil wird ein Eingruppen-Design unter Vorschaltung einer interventionsfreien Baseline-Phase durchgeführt (t0: 3–4 Wochen vor Reha-Beginn, t1: Reha-Beginn, t2: Reha-Ende, t3: 3 Monate nach Reha-Ende). Dieses Design ermöglicht, die Veränderungen der Fragebogenwerte t1–t2 bzw. t1–t3 mit Intervention zu relativieren an den Veränderungen der Fragebogenwerte t0–t1 ohne Intervention. Pro Indikation werden 470 auswertbare Fälle angestrebt.

Bisherige Ergebnisse

Die durchgeführten Reanalysen ergeben, dass zwar nicht für alle, aber doch für einige zentrale Skalen bzw. zusammenfassende Indizes des SF-36 und des IRES-2 sowie für Skalen der SCL-90-R abhängig vom Indikationsbereich SES- bzw. SRM-Kennwerte im mittleren bis oberen Bereich resultieren. Dabei korrelieren diese Kennwerte hoch miteinander und ergeben ein ähnliches Profil. Es kann die (vorläufige) Schlussfolgerung gezogen werden, dass zumindest einige Skalen dieser generischen Fragebogen zur Messung von Veränderungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Kontext der Rehabilitation geeignet sind. Die prospektive Datenerhebung wird bis Mitte 2004 abgeschlossen sein. Ergebnisse aus diesem Teil des Projekts liegen daher noch nicht vor.

Publikationen