Was meint Patientenschulung

Der Begriff "Patientenschulung" wird in der medizinischen Rehabilitation üblicherweise für Gruppenprogramme mit acht bis zwölf Teilnehmern verwendet. Patientenschulungen sind bei Patienten mit chronischen Erkrankungen darauf gerichtet, in mehreren Schulungsstunden Kenntnisse über die Erkrankung (Symptomatik, Genese, Diagnostik, Verlauf, Prognose) zu vermitteln und Fertigkeiten der eigenen Einflussnahme auf die Gesundheit zu trainieren (Symptombeobachtung, Medikamenteneinnahme, Abbau von Risikoverhalten, Förderung von Gesundheitsbezogenem Handeln). Die meisten Schulungskonzepte nehmen für sich in Anspruch, zur Eigenverantwortlichkeit für die Erkrankung zu motivieren und Selbstmanagement-Kompetenzen zu stärken. Sie streben damit letztendlich eine Verbesserung der Compliance, des Gesundheitsverhaltens und folglich eine verbesserte Lebensqualität der Patienten an. Im Sinne des Empowerment wird dabei ein neues Menschenbild in der Gesundheitsförderung umgesetzt. Der Patient wird dabei zum eigenverantwortlich handelnden Partner im rehabilitativen Setting.

Neben einer Vielzahl von standardisierten und evaluierten Gesundheitsbildungsprogrammen kommen bundesweit in Rehabilitationseinrichtungen auch nicht-standardisierte und auf ihre Effektivität hin nicht überprüfte Schulungen zum Einsatz.

Im Förderschwerpunkt Rehabilitationswissenschaften des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Rentenversicherung wird unter anderem angestrebt, die Qualität und Evaluation von Patientenschulungen weiterzuentwickeln und zu verbessern.