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Projekt A5 – 2. Förderphase

Entwicklung und Evaluation eines Konzeptes zur monetären Bewertung von Gesundheitseffekten in der Rehabilitation (Eignung der Willingness-to-pay Methodik in der Rehabilitation)

  • Projektbereich
    • Projektbereich A - Diagnostik- und Prädiktorstudien
  • Personen und Institutionen
    • Dipl. Kffr. Mirjam Brach, MPH Klinik und Poliklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität
    • Prof. Dr. Gerold Stucki Klinik und Poliklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität
    • Dr. Dr. Andreas Hillert Medizinisch-Psychosomatische Klinik Roseneck, GmbH & Co. Betriebs-KG, Prien am Chiemsee
  • Laufzeit
    • 3 Jahre (Beginn am 01.11.2001)
  • Poster
    • -
  • Kontakt
    • Dipl.Kffr. M. Brach,
    • Klinik und Poliklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinikum der Universität München,
    • Marchioninistraße 15,
    • 81377 München,
    • E-Mail: Mirjam.Brach (AT) med.uni-muenchen.de

Hintergrund

Nachdem sich die zur Zeit in der Medizin vorwiegend verwendete Kosten-Nutzwert-Analyse für die Evaluation rehabilitativer Intervention vor allem aufgrund ihrer fehlenden Sensitivität für kleine Veränderungen kaum eignet, ist es sinnvoll, die Kosten-Nutzen-Analyse auf ihre Eignung für ökonomische Evaluationen rehabilitativer Interventionen zu prüfen. Die monetäre Bewertungsmethodik zur Nutzenerfassung mittels der Willingness to pay Methodik stellt im Gegensatz zu den Methoden der Nutzwert-Analyse für die Bevölkerung ein aus dem Alltag vertrauteres Konzept dar. Die meisten Menschen haben Erfahrung mit der monetären Bewertung kleiner zu erwartender Gesundheitseffekte beispielsweise beim Kauf von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die Willingness to pay offenbart eine fiktive Bewertung von Gesundheitseffekten, da der Patient auf der Basis eines hypothetischen Szenarios seine Präferenzen in Form einer maximalen Zahlungsbereitschaft äußert.

Ziele und Fragestellungen

Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Evaluation eines neuen Konzeptes zur monetären Bewertung von Gesundheitseffekten in der Rehabilitation mittels Einkommensbudgetierung und basierend auf erwarteten respektive erfahrenen standardisiert erfassten Gesundheitseffekten. Untersucht werden Praktikabilität, Validität und Sensitivität. Zum besseren Verständnis der geäußerten Zahlungsbereitschaften wird der Einfluss von sozioökonomischen Faktoren und sozialen Rahmenbedingungen, Determinanten des Gesundheitsverhaltens, motivationale Aspekte, Begleiterkrankungen, Schmerzgeschehen und -bewältigungsstrategien und Einschränkungen der Funktionsfähigkeit des Patienten analysiert.

Studiendesign

Längsschnittstudie mit 3 Messzeitpunkten: zu Beginn und am Ende der Therapie /Rehabilitation (ex ante/ex post), und 6 Monate nach Beendigung der Therapie/Rehabilitation (follow up). Klinik Roseneck 200 Patienten zur stationären Rehabilitation psychosomatischer Probleme (Depression, somatoformen und/oder Schmerzstörungen), Klinikum der Universität München 300 Patienten zur ambulanten/teilstationären Rehabilitation muskuloskelettaler Probleme (Osteoarthrose, Osteoporose, degenerative Rückensyndrome).

Ergebnisse

Mit der Willingness-to-pay Methodik wird der ökonomische Aspekt von Gesundheit mit der Perspektive und Bewertung des Patienten zusammmengeführt. Es wird eine valide und reliable Möglichkeit zur ökonomischen Evaluation von Beeinträchtigungen der funktionalen Gesundheit und zum ökonomischen Vergleich von Rehabilitationsmaßnahmen entwickelt. Unangemessene rehabilitative Interventionen aufgrund der monetären Bewertung des Patienten können identifiziert und an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst werden. Es ist erforderlich die Ressourcenallokation im Gesundheitswesen transparenter, effizienter und letztlich auch gerechter zu gestalten. Dazu soll diese Untersuchung einen Beitrag leisten.