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Übersetzung, Adaptation und psychometrische Prüfung des Short Form Musculoskeletal Function Assessment Questionnaire zur alltagsnahen Routineerfassung der Funktionskapazität bei Erkrankungen des Bewegungsapparats

  • Projektbereich
    • Assoziierte Projekte (AP)
  • Personen und Institutionen
    • Priv.-Doz. Dr. Achim König (Oberarzt Orthopädie - Rheumatologie) Projektleiter c/o Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus Universität Würzburg, Brettreichstr. 11, 97074 Würzburg, Tel. 0931-803-0, Fax: 0931-803-1129, E-Mail: a-koenig.klh (AT) mail.uni-wuerzburg.de
    • S. Kirschner
    • D. Böhm
    • M. Matzer
    • M. Walther
    • H. Faller
    • Prof. Dr. W. Beyer (Kooperationspartner) Orthopädische und Rheumatologische Rehabilitation am Lehrstuhl für Orthopädie Universität Erlangen zugleich Rheumaklinik der LVA Oberbayern, Waldstr. 12 94072 Bad Füssing
    • Prof. Dr. J. Grifka (Kooperationspartner) designierter Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie Univ. Regensburg/ Rheumazentrum Bad Abbach Dr. J. Ellßel Rheumaklinik der LVA Unterfranken, Gersburgstr. 20, 83043 Bad Aibling
    • Dr. Th. Wolz (Wiss. Mitarbeiter) Orthopädische Abt. Ohlstadt Klinik der LVA Unterfranken, Boschetstr. 5, 82441 Ohlstadt
    • Prof. Dr. Dr. H. Faller (Kooperationspartner) Institut für Psychotherapie und Med. Psychologie Univ. Würzburg, Klinikstr. 3, 97070 Würzburg
  • Laufzeit
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  • Förderung
    • -
  • Kontakt
    • siehe oben

Hintergrund

Herkömmliche in der Orthopädie teilweise weit verbreitete Schemata zur Bewertung des Behandlungserfolges bei Krankheiten des Bewegungssystem sind oft einseitig nach von den Therapeuten gewichteten Kriterien strukturiert. Eine patientenzentrierte Evaluierung findet größtenteils nicht statt. Darüber hinaus erfassen die meisten Schemata die soziale und psychische Situation der Erkrankten unzureichend.

Manche der eingesetzten Instrumente sind krankheitsspezifisch aufgebaut (z.B. WOMAC, HAQ, Funktionsfragebogen Hannover für Arthrose bzw. Rheumatoide Arthritis). Sie haben Nachteile beim Vergleich verschiedener Krankheiten. Andere Instrumente wie der SF-36 sind generisch. Generische Instrumente messen die Einschränkungen am Bewegungssystem relativ unspezifisch und ohne die Feinheiten der Funktionsstörungen zu bestimmen, lassen jedoch den Vergleich verschiedener Erkrankungsgruppen zu. Demgegenüber wurde von amerikanischen Orthopäden ein Instrument entwickelt, das die Funktionskapazität des Bewegungssystems sowohl nach Trauma als auch bei entzündlichen und degenerativen Krankheiten der Arme und Beine bestimmt (Swiontkowski et al.: J Bone Joint Surg A 1999, 1245ff.). Dieses Instrument ermöglicht somit den Vergleich der Funktionseinschränkungen von Krankheiten des Bewegungssystems unterschiedlichster Genese.

Von diesem Instrument ist eine Verbesserung der rehabilitationsspezifischen Diagnostik am Bewegungssystem zu erwarten, da es genauer und detaillierter als der SF-36 Funktionsstörungen evaluiert sowie im Gegensatz zum Funktionsfragebogen Hannover bei allen Erkrankungsformen am Bewegungssystem einsetzbar sein soll. Das Instrument ist somit breit anwendbar und zugleich differenziert in der Messung. Die vorhandene Leistungsfähigkeit des Individuums kann objektiviert werden.

Coxarthrose, Gonarthrose, Rotatorenmanschettendefekt und Rheumatoide Arthritis sind chronisch verlaufende Krankheiten mit besonders leistungs- und kostenintensiver Versorgung, die häufig auftreten und bereits in einer Altersgruppe ab 50 Jahren oft zu Arbeits-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeit führen können. Patienten mit diesen Krankheiten sollen mit dem neuen Instrument untersucht werden.

Bezug zum Thema des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbundes Bayern: Durchführen einer Diagnostikstudie aus dem Projektbereich A des Forschungsverbundes Bayern.

Ziele

Ziele und Fragestellung. Eine kulturell adaptierte deutsche Version des SMFA wurde in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Faller, Institut für Psychotherapie und Med. Psychologie der Universität Würzburg, erstellt. Die Praktikabilität, Reliabilität, Validität und Änderungssensitivität dieses SMFA-D soll jetzt bei verschiedenen mon- und polyartikulären Erkrankungen des Bewegungsapparats evaluiert werden. Darüber hinaus soll der Fragebogen auf seine Eignung als Instrument der Qualitätssicherung getestet werden.

Methoden

  1. Design: prä- und posttherapeutische Vergleichsmessung mit dem SMFA-D
  2. Setting: Operative Akutkliniken und Rehabilitationskliniken
  3. Stichproben: pro Diagnose: 35-50 operative und konservative Patienten Die Stichprobengröße erlaubt die Bestimmung mittelgroßer Effekte bei Subgruppenvergleichen sowie das Erreichen der Fallzahlen im Rekrutierungszeitraum.
  4. Variablenerfassung: Zu Beginn und am Ende des stationären Aufenthaltes sowie nach 3 und 12 Monaten postoperativ. Ein- und Ausschlußkriterien, Repräsentativitätsprüfung.
  5. Instrumente: SMFA-D, soziodemographische Standardvariablen, modifiz. Erwartungs-/Zielebogen. Validität: selbst gewählte Gehgeschwindigkeit, Schulter- und Handkraftmessung, Beurteilung der Schwere der Krankheit und des Ergebnisses von Operation und Rehabilitation durch Arzt und Patient, Verbalskala des Schmerzes (Kriterien), Knee-Society-Score, Harris-Hip-Score, Constant-Score, HAQ, (Konstrukt), Schweregrad (Diskriminanz). Änderungssensitivität: Messung vor und nach Intervention.

Relevanz der erwarteten Ergebnisse für die Rehabilitationspraxis

Evaluation eines praktikablen, reliablen und validen Instrumentes bei häufigen chronischen Krankheiten des Bewegungssystems mit leistungs- und kostenintensiver Versorgung unter stationären Bedingungen an Patienten in Rehabilitations- und Akutkliniken. Das Instrument dient der differenzierten Beurteilung der Leistungsfähigkeit chronisch Erkrankter. Therapeutische Konsequenzen hinsichtlich der differentiellen Indikation und der individualisierten Versorgung sind zu erwarten, wenn sich das Instrument als praktikabel valide und änderungssensitiv erweist. Dann besteht die Möglichkeit das Instrument routinemäßig in Rehabilitations- und Akutkliniken einzusetzen.