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Projekt B1 – 1. Förderphase

Implementierung und Evaluation des "Work Hardening" bei chronisch unspezifischen Rückenschmerzen in der stationären medizinischen Rehabilitation

  • Projektbereich
    • Projektbereich B - Evaluation von Therapieprogrammen
  • Personen und Institutionen
    • Prof. Dr. W.F. Beyer (Projektleiter) Rheumaklinik Bad Füssing der LVA Oberbayern
    • Dipl. Sportl. Stefan Winter Rheumaklinik Bad Füssing der LVA Oberbayern
    • Dipl.-Psych. Beate Kleist Rheumaklinik Bad Füssing der LVA Oberbayern
    • Dr. med. Karl Alliger Rheumaklinik Bad Füssing der LVA Oberbayern
  • Laufzeit
    • 3 Jahre (Beginn 01.11.1998)
  • Poster
    • -
  • Kontakt

Hintergrund

Der chronisch unspezifische Rückenschmerz ("Chronic low back pain" – CLBP) ist volkwirtschaftlich von enormer Bedeutung. Dennoch existieren im Bereich der stationären Rehabilitation der gesetzlichen Rentenversicherung im Vergleich zu skandinavischen und angloamerikanischen Ländern keine multimodalen Standard- behandlungskonzepte, durch die eine physische und psychische Rekonditionierung ("Work Hardening" – WH) bei CLBP möglich scheint. Mit dem "Göttinger Rücken-Intensiv- Programm (GRIP) wurde erstmals ein vergleichbares Konzept etabliert und wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sind gemessen an der Rückkehrquote ins Erwerbsleben vielversprechend, jedoch methodisch nicht ausreichend gesichert (fehlende Kontrollgruppe und fehlende Randomisierung) und bieten damit keine hinreichende Voraussetzung für eine breite Umsetzung in der stationären Rehabilitation der Rentenversicherung.

Zielsetzung

Die hier genannte Studie soll bei Versicherten der bayerischen LVA´en mit chronisch unspezifischen Rückenschmerzen (Höchstalter 57 Jahre), die sowohl nach §51 SGB V als auch über das normale Antragsverfahren an stationären Rehabilitationsmaßnahmen teilnehmen, prüfen,

  1. welche Behandlungseffekte (körperliche Funktionsfähigkeit, psychologische Variablen) und welche Rückkehrquoten durch das WH im Vergleich zur derzeitigen Standardbehandlung erzielt werden,
  2. bei welchen Patienten das WH in Abhängigkeit von Merkmalen wie Reha-Zugang, Geschlecht, Reha-Motivation etc. überlegen ist,
  3. welche Behandlungs- und Folgekosten mit den Behandlungsmodalitäten verbunden sind,
  4. inwieweit das WH von den Patienten akzeptiert wird, und
  5. ob Barrieren für die breite Umsetzung aus der Sicht der Ärzte und Mitarbeiter der beteiligten Reha-Einrichtung bestehen.

Methodik

Es handelt sich um eine prospektive randomisierte kontrollierte Studie mit mindestens 120 Patienten in beiden Studiengruppen (GRIP/WH vs. Kontrolle/Standardbehandlung). Die Messzeitpunkte liegen zu Beginn und am Ende des Reha-Aufenthalts sowie Katamnesen nach 3 und nach 12 Monaten. Die Rücklaufquoten für die Katamnesen betragen mehr als 98 bzw. 96%.

Die Studie wird in der Rheumaklinik Bad Füssing, einer orthopädisch-rheumatologischen Rehabilitationsklinik der LVA Oberbayern, durchgeführt. Die in Betracht kommenden Patienten werden von den LVA´en zugewiesen. Dabei werden auch Patienten mit kurzer und ohne AU-Zeit angesprochen, um einer Chronifizierung rechtzeitig entgegenzuwirken.

Ergebnisse

Für die Patienten beider Gruppen könne signifikante Verbesserungen in der körperlichen Funktionsfähigkeit (somatische und subjektive Maße) festgestellt werden, ohne dass sich statistisch signifikante Gruppenunterschiede zeigen. Die Auswertung der einzelnen Fragestellungen wird nach Abschluss der Katamnesen in nächster Zeit vorliegen.

Publikation

  • Kleist, B., Alliger, K. et al. (2001). Work Hardening bei chronisch unspezifischen Rückenschmerzen in der stationären medizinischen Rehabilitation. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 54, 145-150.