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Projekt B2 – 1. Förderphase

Entwicklung und Evaluation eines Therapieprogrammes für Personen mit somatoformen Störungen (funktionellen Störungen)

  • Projektbereich
    • Projektbereich B - Evaluation von Therapieprogrammen
  • Personen und Institutionen
    • Prof. Dr. Winfried Rief Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee, Universität Marburg, AG Klinische Psychologie und Psychotherapie
    • Dipl.-Psych. Dr. Gaby Bleichhardt Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee, Universität Marburg, AG Klinische Psychologie und Psychotherapie
    • Dipl.-Psych. Dr. Barbara Timmer Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee, Universität Marburg, AG Klinische Psychologie und Psychotherapie
  • Laufzeit
    • 3 Jahre (Beginn 1998)
  • Poster
  • Kontakt
    • Prof. Dr. Winfried Rief
    • Klinische Psychologie und Psychotherapie
    • Psychotherapie-Ambulanz Marburg
    • Gutenbergstrasse 18
    • 35032 Marburg, Germany
    • E-Mail: rief (AT) staff.uni-marburg.de

Einleitung

Patienten mit körperlichen Beschwerden, die nicht auf eine organische Ursache zurückzuführen sind, stellen in verschiedenen Bereichen des Gesundheitssystems eine der größten Gruppen dar. Bislang liegen kaum evaluierte Therapiemaßnahmen für diese Patientengruppe vor.

Zielsetzung

Im Rahmen einer experimentellen Therapiestudie wurde ein Gruppenpsychotherapie-Programm für Personen mit somatoformen Störungen entwickelt und überprüft.

Methodik

Insgesamt 191 Patienten einer psychosomatischen Klinik wurden zusätzlich zur Standardtherapie entweder mit Entspannungstraining oder einer spezifischen „Somatisierungsgruppe“ behandelt. Neben der somatoformen Symptomatik wurden allgemein psychische Störungen, das Inanspruchnahmeverhalten medizinischer Leistungen, die allgemeine Lebensqualität, subjektive Krankheitsmodelle, dysfunktionale Einstellungen, Impairments, Disabilities und Handicaps erhoben.

Ergebnisse

Beide Behandlungsbedingungen zeigten sich als statistisch und klinisch erfolgreicher als eine ebenfalls untersuchte Wartegruppe. Dies betraf sowohl somatisierungsspezifische Variablen als auch Merkmale der allgemeinen Lebensqualität sowie der Inanspruchnahme medizinischer Dienste. Die Somatisierungsgruppe zeigte spezifische Vorteile gerade auch bei gesundheitsökonomisch relevanten Variablen wie Reduktion der Arztbesuche nach der stationären Behandlung.

Schlussfolgerungen

Es ist gelungen, die Effektivität der stationären psychosomatischen Behandlung sowohl im psychopathologischen als auch im gesundheitsökonomischen Bereich zu belegen. Deshalb ist es sinnvoll, die verwendeten Behandlungskonzepte weiter zu verbreiten sowie Adaptationen auf andere Behandlungssettings vorzunehmen (z. B. Primärversorgung)

Publikationen

  • Timmer, B., Bleichhardt, G. & Rief, W. (2004). Effektivität einer stationären Gruppentherapie für somatoforme Störungen: Ergebnisse einer kontrolliert-randomisierten Therapieevaluationstudie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 33, 24-32.
  • Rief, W., Bleichhardt, G. & Timmer, B. (2002). Gruppentherapie für somatoforme Störungen – Behandlungsleitfaden, Akzeptanz und Prozessqualität. Verhaltenstherapie, 12, 183-191.
  • Bleichhardt, G., Timmer, B. & Rief, W. (in press). Cognitive-behavioural therapy for patients with multiple somatoform symptoms – a randomised controlled trial in tertiary care. Journal of Psychosomatic Research.
  • Timmer, B., Bleichhardt, G. & Rief, W. (submitted). Importance of psychotherapy motivation in patients with somatization syndrome. Psychotherapy Research.
  • Timmer, B. (2002). Kognitive Faktoren des Therapieerfolgs bei Somatoformen Störungen. Göttingen: Cuvillier.