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Projekt B5 – 2. Förderphase

Motivation zu gesundheitlichem Handeln bei Patienten in der stationären Rehabilitation

  • Projektbereich
    • Projektbereich B - Evaluation von Therapieprogrammen
  • Personen und Institutionen
    • Prof. Dr. Heiner Ellgring Institut für Psychologie der Universität Würzburg, Arbeitsbereich Interventionspsychologie
    • Prof. Dr. Dr. Hermann Faller Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg, Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften
    • Andrea Reusch Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg, Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften
    • Dr. Heiner Vogel Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg, Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften
    • Dr. Anton Holderied Ärztlicher Dienst der LVA-Unterfranken, Würzburg
    • Kooperationskliniken: Bad Kissingen: Deegenbergklinik (Prof. Dr. P. Deeg), Rehazentrum Bad Kissingen der BfA, Saale-Klinik (Dr. W. Knisel, Prof. Dr. E. Haupt), Reha-Klinik „Am Kurpark“ (Prof. Dr. M. A. Reuss-Borst)
  • Laufzeit
    • 3 Jahre (Beginn: 18.03.2002)
  • Kontakt
    • Prof. Dr. Heiner Ellgring,
    • Institut für Psychologie I der Universität Würzburg, Arbeitsbereich Interventionspsychologie,
    • Marcusstraße 9-11,
    • 97070 Würzburg,
    • Tel.: 0931/31-2838,
    • Fax: 0931/888-7059,
    • E-mail: ellgring (AT) mail.uni-wuerzburg.de

Hintergrund

Für Patienten mit chronischen Erkrankungen sind Gesundheitsverhaltensweisen wie z. B. körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und Entspannungsübungen für den weiteren Verlauf der Symptomatik bedeutend. Die Patienten unterscheiden sich jedoch erheblich hinsichtlich ihrer individuellen Motivation zu gesundheitlichem Handeln. Das neue Gesundheitsbildungsprogramm „Aktiv Gesundheit fördern“ des VDR (2000) hat zum Ziel, die Patienten zur Eigenaktivität im Hinblick auf eine gesundheitsorientierte Lebensführung zu motivieren.

Ziele und Fragestellungen

Ziel des Projektes ist es, Maßnahmen zur Erhöhung der Motivation zu sportlicher Aktivität, gesunder Ernährung und Entspannungsübungen bei Patienten mit orthopädischen, kardiologischen und endokrinologischen Erkrankungen auf Basis des Stufenmodells der Veränderungsmotivation (Prochaska & DiClemente, 1983, 1992) zu untersuchen. Dabei werden erstens Instrumente zur Erfassung der motivationalen Voraussetzungen sowie Prädiktoren der Motivation bei Rehabilitanden differenziert überprüft. Zweitens wird das neue Gesundheitsbildungsprogramm im Vergleich zu den bisher üblichen Vorträgen in der stationären Rehabilitation hinsichtlich der Effekte auf die Motivation evaluiert. Drittens wird die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf verschiedene Indikationen und Kliniksettings geprüft.

Studiendesign

Mit einem multizentrischen, kontrollierten, randomisierten und prospektiven Design werden 1215 Patienten in drei Rehabilitationskliniken untersucht. Die Variablen werden mittels standardisierter Patienten- und Therapeutenfragebögen sowie medizinischer Daten zu vier Zeitpunkten erhoben (Reha-Beginn, -Ende, 3 und 12 Monate nach Reha-Ende).

Ergebnisse

Erste Datenauswertungen an einer Teilstichprobe (N=396) zeigen, dass sich die Motivation in den drei untersuchten Verhaltensbereichen bei Patienten zu Beginn der Rehabilitation in hohem Maße unterscheidet. Während im Bereich sportliche Aktivität die Motivation am günstigsten ausfällt ist sie in den Bereichen gesunde Ernährung und Entspannungsübungen sehr gering. Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen den Motivationslagen der drei Bereiche, was die Bedeutung einer bereichsspezifischen Förderung der Motivation unterstreicht. Für alle Verhaltensbereiche zeigten sich im Vergleich zu Reha-Beginn Verbesserungen der Motivation sowohl zu Reha-Ende als auch drei Monate nach der Reha.

Folien/Handouts zum Gesundheitsbildungsprogramm

Publikationen

  • Ströbl, V., Reusch, A. & Ellgring, H. (2003). Differentielle Motivation zur Durchführung von Entspannungsübungen – Indikation für differentielle Angebote? Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 64, 377-381.
  • Reusch, A., Ströbl, V. & Faller , H. (2004). Motivation zu Gesundheitsverhalten in der somatischen Rehabilitation. In F. Petermann & I. Ehlebracht-König (Hrsg), Motivierung, Compliance und Krankheitsbewältigung. (S. 35-46). Regensburg: S. Roderer Verlag.
  • Ströbl, V., Reusch, A. & Ellgring, H. (in Druck). Konstruktion eines Verfahrens zur Erfassung der Motivation zu Entspannungsübungen. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie.