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Projekt C4 (Folgeprojekt von C1) – 2. Förderphase

Kontrollierte Therapiestudie zur Optimierung berufsbezogener Therapiemaßnahmen in der Psychosomatischen Rehabilitation im Rahmen eines tiefenpsychologischen und eines verhaltenstherapeutischen Ansatzes

  • Projektbereich
    • Projektbereich C - Schnittstellenprobleme in der rehabilitativen Versorgung
  • Personen und Institutionen (Teilprojekt C4a - Tiefenpsychologischer Ansatz)
    • Dr. med. Rudolf Knickenberg Psychosomatische Klinik Bad Neustadt/Saale
    • Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Manfred Beutel Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Personen und Institutionen (Teilprojekt C4b - Verhaltenstherapeutischer Ansatz)
    • Dr. med. Dr. phil. Andreas Hillert Medizinisch-Psychosomatische Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee
    • Dr. med. Dipl.-Psych. Ulrich Cuntz Medizinisch-Psychosomatische Klinik Roseneck, Prien am Chiemsee
  • Laufzeit
    • 3 Jahre (01.03.2002-28.02.2005)
  • Kontakt
    Teilprojekt C4a
  • Kontakt
    Teilprojekt C4b
    • PD Dr. med. Dr. phil. Andreas Hillert,
    • Medizinisch-Psychosomatische Klinik Roseneck,
    • Am Roseneck 6,
    • 83209 Prien am Chiemsee,
    • Tel: 08051-680,
    • Fax: 08051-3690,
    • E-Mail: AHillert (AT) Schoen-Kliniken.de

Hintergrund

Im Rahmen der Evaluation der Beruflichen Belastungserprobung (BE, Projekt C1) zeigte sich in Übereinstimmung mit der Literatur, dass für knapp die Hälfte der stationär behandelten psychosomatischen Patienten die Bearbeitung spezifischer berufsbezogener Problemkonstellationen entscheidend für den Erfolg der Rehabilitation ist. Die BE ist jedoch wegen des damit verbundenen Aufwandes, spezieller, nicht in Praktika simulierbarer Problemkonstellationen und vor allem auch motivationaler Hürden nur bei einem kleinen Teil dieser Patienten möglich.

Ziele und Fragestellungen

Ziel der Studie ist die Entwicklung und Evaluation eines berufsbezogenen Behandlungsansatzes, mit dem ein verglichen mit spezifischen Angeboten, wie z.B. der Beruflichen Belastungserprobung (BE) breiterer therapeutischer Zugang zu beruflich belasteten Patienten geschaffen wird. Dabei geht es um die Entwicklung und vergleichende Evaluation einer tiefenpsychologisch bzw. verhaltenstherapeutisch fundierten berufsbezogenen Therapiegruppe (BTG) in der psychosomatischen Rehabilitation. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Motivierung der Patienten zur therapeutischen Auseinandersetzung mit berufsbezogenen Themen im Rahmen der Behandlung. Neben dem Vergleich mit der alternativen Standardbehandlung (Kontrollgruppe, KG) soll ein klinikübergreifender Vergleich des in beiden Kliniken parallel entwickelten und durchgeführten berufsbezogenen Behandlungsprogramms durchgeführt werden.

Studiendesign

In der prospektiven Interventionsstudie (kontrolliertes quasiexperimentelles Studiendesign mit Zeitstichproben) nehmen in beiden Kliniken alle beruflich belasteten Patienten (Screening) an einer berufsbezogenen Therapiegruppe teil. Als Kontrollbedingung dient das übliche klinische Setting. Es werden je Klinik 120 Teilnehmer der Interventions- und der Kontrollgruppe angestrebt.

Ergebnisse

Als Vorarbeit wurden in beiden Teilprojekten differenzierte Behandlungsmanuale zum therapeutischen Umgang mit unterschiedlichen berufsbezogenen Problemkonstellationen erstellt. Die behandlungsbegleitende Erhebung konnte in beiden Kliniken parallel im Juli 2003 abgeschlossen werden. Die anvisierten Fallzahlen wurden planmäßig erreicht, die Rückläufe zu den Katamnesezeitpunkten liegen bei ca. 70%.

Erste Ergebnisse der Evaluation weisen auf positive Gruppenprozesse im Verlauf der berufsbezogenen Therapiegruppe und eine hohe Akzeptanz durch die Teilnehmer hin. Zur Entlassung und Dreimonatskatamnese ergaben sich in beiden Kliniken deutliche Verbesserungen berufsbezogener Selbsteinschätzungen infolge des stationären Aufenthaltes. Durch die Integration berufsbezogener Inhalte konnte eine deutliche Erhöhung der berufsbezogenen Behandlungszufriedenheit erreicht werden.

Publikationen

  • Beutel, M. E., Dommer, T., Kayser, E., Bleichner, F., Vorndran, A., & Schlüter, K. (1999). Arbeit und berufliche Integration psychosomatisch Kranker. Nutzen und Indikation der beruflichen Belastungserprobung. Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie, 49(9/10), 368-374.
  • Hillert, A., Staedtke, D., & Cuntz, U. (2002). Berufliche Belastungserprobung als integrierter Bestandteil der verhaltenstherapeutisch-psychosomatischen Rehabilitation: Theoretische Konzepte, real existierende Patienten und multiple Schnittstellen. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 15(58), 94-100.
  • Kayser, E., Zwerenz, R., Gustson, D., Vorndran, A., & Beutel, M. E. (2002). Schnittstellenproblematik am Beispiel der integrierten Beruflichen Belastungserprobung (BE). Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 15(58), 101-106.
  • Koch, S., Hedlund, S., & Hillert, A. (2003). Entwicklung und Evaluation einer berufsbezogenen Therapiegruppe in der psychosomatischen Rehabilitation: Das Behandlungskonzept. In U. Koch & S. Pawils-Lecher (Eds.), Psychosoziale Versorgung in der Medizin: Tagungsband des 2. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung, 28.-30. September 2003 in Hamburg (pp. 213-220). Lengerich: Pabst Science Publishers.
  • Koch, S., Hillert, A., Hedlund, S., & Cuntz, U. (2004). Effekte einer berufsbezogenen Therapiegruppe in der stationären psychosomatischen Rehabilitation zum Entlassungszeitpunkt: Ergebnisse einer kontrollierten Evaluationsstudie. In Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (Ed.), Selbstkompetenz - Weg und Ziel der Rehabilitation. 13. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium vom 08. bis 10. März 2004 in Düsseldorf (Vol. 52, pp. 224-226). Frankfurt/Main: Verband Deutscher Rentenversicherungsträger.
  • Schattenburg, L., Knickenberg, R. J., Vorndran, A., Beutel, M. E., & Zwerenz, R. (2004). Tiefenpsychologisch fundierte Gruppentherapie für beruflich belastete Patienten in der stationären psychosomatischen Rehabilitation - Gruppenkonzept und Ergebnisse einer kontrollierten Studie. In Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (Ed.), Selbstkompetenz - Weg und Ziel der Rehabilitation. 13. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium vom 08. bis 10. März 2004 in Düsseldorf (Vol. 52, pp. 549-551). Frankfurt/Main: Verband Deutscher Rentenversicherungsträger.